

Im vergangenen Jahr besuchte unser Jugendkreismitglied Rico Paul eine Gemeinde in Rumänien. Seine Erlebnisse dort hat er uns im CiNetz.de-Interview geschildert...
CiNetz.de: Hallo Rico, du kommst gerade frisch aus Rumänien, wo warst du da, was hast du gemacht?
Rico: Ich war dort vom ersten bis zum zweiten Advent, ich bin nach Fagaras gefahren, um die dortige Kirchgemeidne zu besuchen.
CiNetz.de: Wo genau liegt Fagaras?
Rico: Fagaras liegt in Siebenbürgen in Rumänien.
CiNetz.de: Du hast dort die Kirchgemeinde besucht, wie sah das aus?
Rico: Als erstes sind wir in den Gottesdienst gegangen, einmal in Fagaras selber, dann in verschiedenen Nachbardörfern. Dann haben Wir noch für die Kinder ein paar Süssigkeiten zu Weihnachten ausgeteilt, auch ein paar Schuhe haben sie bekommen.
Sonst waren da noch ein paar "innerbetriebliche Sachen": In Perivoi, dort hat die Gemeinde ein anderes Gebäude bekommen für ihre Versammlungen. Paul und seine Adela werden nicht mehr in Tulcea sein, sondern das Haus verwalten, und auch das Missionsgebeit betreuen.
CiNetz.de: Wie war die Fahrstrecke, wie sehen die Straßen aus?
Rico: Größtenteils fährt man die Autobahn von Deutschland über Österreich nach Ungarn, ab dort geht es auf der Landstraße weiter; man muss viele Dörfer durchfahren. Es ist schon etwas anstrengender, denn auch im Verkehr muss man sich umstellen. Die Leute fahren dort etwas anders als bei uns. ;)
CiNetz.de: In welcher Situation leben die Menschen dort, wie muss man sich den Alltag vorstellen?
Rico: Da muss man unterscheiden: Auf den Dörfern leben die Leute noch wie vor 100 Jahren bei uns, sie haben da wirklich zum Teil noch Pferdefuhrwerke. In der Stadt ist der Lebensstandart vielleicht wie bei uns zu DDR-Zeiten.
Wer Arbeit hat, dem geht es einigermaßen gut. Aber, genau wie bei uns, gibt es eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Man verdiehnt so zwischen 100€ und 200€ im Monat, die Lebenshaltungskosten sind aber nur gerinfügig weniger als bei uns. Wohnungen gibt es nicht zur Miete, sondern es gibt fast nur Eigentumswohnungen mit Preisen ab 10.000€, es können auch 20.000 bis 30.000 sein.
CiNetz.de: Wir haben hier etwas von Überschwemmungen im Donau-Delta gehört. Was kannst du uns dazu sagen?
Rico: Ja, es gab schon wieder eine Anfang Dezember in Banat, schon die dritte dieses Jahr. Hilfsprogramme sind, soweit ich das mitbekommen habe, schon im Land angelaufen. Eine Familie aus der Gemeinde wohnt in der Nähe, sie haben gerade das Fundament für ihr Haus gesetzt. Das soll voraussichtlich im nächsten Jahr wieder aufgebaut werden.
CiNetz.de: Anfang November sind ja auch Hilfstransporte mit nach Rumänien gefahren...
Rico: Ja, November und mit uns dann nochmal, ins Kinderheim in Moschen.
CiNetz.de: Was kannst du uns dazu erzählen?
Rico: Ja, die Transporter sind gut angekommen, auch durch den Zoll. Alles hat geklappt.
CiNetz.de: In welchem Zeitraum wollt ihr eine nächste Fahrt machen?
Rico: Im nächsten Frühjahr.
CiNetz.de: Habt ihr konkrete Ziele, Pläne? Wie können Leute hier die Gemeinden unterstützen?
Rico: Im Moment gibt es noch keine konkreten Planungen, besonders in den Überschwemmungsgebieten steht noch nicht fest was gemacht werden soll. Erst danach können wir entscheiden, ob wir da mitmachen können.
CiNetz.de: Also müssen sich zunächst die Gemeinden dort einen Überblick verschaffen?
Rico: Ja, sie müssen ersteinmal sagen: "Wir wollen dort mit helfen, Häuser aufbauen, dazu brauchen wir dies und das." Wir können sie damit nicht einfach überrumpeln.
CiNetz.de: Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Rico: Es ist gut, die Gemeinschaft mit anderen Glaubensgeschwistern zu haben, gemeinsam Gottesdienst halten zu können. Und, wenn wir zu Gast sind, auchmal ein Wort an die Gemeinde zu reden. Die Gemeinschaft untereinander ist mir wichtig geworden.
CiNetz.de: Dankeschön für das Interview.